[Rezension] Hans Joachim Schädlich - Der Sprachabschneider




Autor: Hans Joachim Schädlich
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-20685-6
Preis: € 4,99 [D]
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 64
Meine Wertung: 5 Federn

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---------- Klappentext ----------

Paul hat Phantasie. Er möchte träumen, muss aber morgens aufstehen, zur Schule gehen, Schularbeiten machen. Dann geschieht etwas. Ein Mann sagt: «Ich übernehme eine Woche deine Hausaufgaben.» Dafür soll Paul ihm ein bisschen von seiner Sprache abgeben. Das ist der Beginn eines großen Abenteuers. Paul merkt zu spät, worauf er sich eingelassen hat.

---------- Erster Satz ----------

"Montags, dienstags, mittwochs, donnerstags, freitags und sonnabends klingelt genau neben Pauls Ohr pünktlich um sechs Uhr dreißig der große Wecker so laut, daß Paul glaubt, er träume von einem großen lauten Wecker, der genau neben seinem Ohr klingelt."

------------ Inhalt -------------

Paul bekommt Besuch von einem Mann, der ihm anbietet eine Woche lang seine Hausaufgaben zumachen. Dafür muss er ihm nur seine Präpositionen und bestimmte Artikel überlassen. Paul, der nicht weiß, worauf er sich da einlässt, nimmt das Angebot natürlich an...

--------- Meine Meinung ---------

Mein Sohn muss das Buch jetzt in der Schule lesen. Ich habe das schon mal getan, damit ich weiß, wovon er redet, wenn er seinen Hausaufgaben macht. Und ich fand das Buch richtig gut. Da lernen Kinder, das man auf seine Sprache achten muss und wenn man sie verkürzt, alles sehr merkwürdig klingt.

Paul findet das natürlich klasse, das er eine Woche lang seine Hausaufgaben nicht machen muss und er die Nachmittag genießen kann mit Besuchen im Zirkus oder im Freibad. Allerdings stellt er sehr schnell fest, das die Leute ihn merkwürdig anschauen, wenn er etwas erzählt:

Zitat, Seite 28:
"Und was hast du sonst noch gemacht?", fragte Pauls Mutter.
"Och", sagt Paul, "ich war Fußballtraining. Hinterher saßen wir noch Eisdiele."

Klingt schon sehr merkwürdig, wenn die Präpositionen und bestimmte Artikel fehlen. Seine Eltern denken irgendwann, er ist krank, seine Lehrer fühlen sich veralbert und er selber spricht nur daher nur noch selten, weil er keine vernünftigen Satz mehr hervorbringt. Denn bei der einen Woche Hausaufgaben bleibt es nicht, er "kauft" noch weitere Wochen und verkauft so noch mehr von seiner Sprache.

Ich fand die Idee echt witzig und auch richtig gut umgesetzt. Wenig Text, recht viel Bilder, aber man nimmt doch so einiges mit, wenn man das Buch durch hat. Zumindest empfinde ich das so.

Mal sehen was mein Sohn dazu sagt. Noch hat er es nicht gelesen. Ich werde es dann nachtragen. :)

Ach, und so am Rande: Der Typ macht die Hausaufgaben nicht besser wie Paul sie selbst macht. In dieser Hinsicht hat Paul also nichts von der ganzen Sache gehabt. *gg*

------------- Fazit -------------

Witzig und sehr lehrreich!
Für jeden zu empfohlen.
Nicht nur Kindern, die es in der Schule lesen müssen!!

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Liebe Grüße,
Sabrina

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