[Rezension] Richard Yates - Eine letzte Liebschaft



Autor: Richard Yates
Verlag: DVA 
ISBN: 978-3-421-04618-5
Originaltitel: Uncollected Stories
Preis: € 19,99 [D]
Einband: Hardcover
Seitenanzahl: 193 

Meine Wertung:  Federn

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Klappentext

Richard Yates gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller der US-amerikanischen Nachkriegsgeneration, für manche ist er der Missing Link zwischen Tennessee Williams und Raymond Carver. Der Band "Eine letzte Liebschaft" versammelt die neun letzten noch nicht auf Deutsch veröffentlichten Erzählungen des Autors. Ganz gleich, ob er das unterdrückte Begehren einer Hausfrau in der Vorstadt thematisiert, die Verzweiflung eines Büroangestellten in Manhattan oder das gebrochene Herz einer alleinerziehenden Mutter - niemand porträtiert die Alltagshoffnungen und -enttäuschungen seiner Figuren so schonungslos, doch mitfühlend wie Richard Yates.

Inhalt


Der Kanal
Erster Satz: "`Moment mal - ist das nicht dieselbe Division, in der du warst, Lew?´Betty Miller wandte sich in Erwartung eines außergewöhnlichen Zufalls mit weiß aufgerissen Augen an ihren Mann und hätte fast ihren Drink verschüttet."

Die Geschichte einer Brücke im zweiten Weltkrieges.

Eine Krankenhausromanze
Erster Satz: "Der neue Patient war ein großer, breitbrüstiger, etwa dreiundwanzigjähriger Mann, der nicht krank aussah."

Liebe auf einer Tuberkulosestation.

Glocken am Morgen
Erster Satz: "Erst waren es nur groteske Formen, mehr nicht."

Das Läuten von Glocken im zweiten Weltkrieg und was diese bedeuten.

Abend an der Cote d´Azur
Erster Satz: "Als Betty Meyers die Reste des Picknicks zusammengepackt und die Zwillinge im Kinderwagen verstaut hatte, schaute sie sich nach Bobby, ihren Fünfjährigen, um."

Zwei Frauen gehen aus.

Diebe
Erster Satz: "`Talent´, sagte Robert Blaine mit seiner trägen, kränklichen Stimme, `heißt bloß, dass man weiß, wie man etwas bewerkstelligt.´"

Talent oder Diebstahl?

Ein persönliches Besitzstück
Erster Satz: "Eileen schiebt den Puffärmel höher, doch er rutscht an ihrem spindeldürren Arm wieder fast bis zum Ellbogen runter; das Gummiband ist zu schwach."

Eileen findet einen halben Dollar und beschwört damit viel ärger herauf.

Der Rechnungsprüfer und das wilde Wind
Erster Satz: "An dem Tag, nachdem ihn seine Frau verlassen hatte, ging George Pollock, Rechnungsprüfer der American Bearing Company, zum ersten Mal seit zwanzig Jahren im Restaurant frühstücken."

Pollock versucht die Bedienung zu einem Essen einzuladen.

Eine letzte Liebschaft
Erster Satz: "Ehrlich, Grace, es ist wirklich schön, wieder daheim zu sein."

Der Bericht einer Weltenbummlerin.

Ein genesendes Selbstbewusstsein
Erster Satz: "`Während ich weg bin, könntest du die neuen Teetassen ausspülen´, sagte Jean."

Bill erholt sich daheim nach einer schweren Operation.


Meine Meinung

"Eine letzte Liebschaft"  war das erste Buch von Richard Yates, welches ich las. Es handelt von neun Kurzgeschichten, die nach dem zweiten Weltkrieg angesiedelt sind und auch in dieser Zeit geschrieben wurden.

Die meisten Geschichten sind nicht sehr lang, aber trotzdem hat man am Ende das Gefühl die Leute zu kennen, um die es in den einzelnen Geschichten geht.

Es sind Episoden aus dem Alltag von früher. Einmal sind es Weltkriegsgeschichten, dann spielen zwei auf einer Tuberkulosestationen, Probleme in der Ehe kommt auch häufig vor. Die Ängste und Sorgen konnte ich gut verstehen, da Yates es problemlos schafft, diese dem Leser nahe zu bringen.

Die Kurzgeschichten lesen sich auch gut, auch wenn ich mich zu Anfang erstmal in den Schreibtstil reinfinden musste. Aber schon in der zweiten Geschichten "Eine Krankenhausromanze"  war das kein Problem mehr.

Fazit

Kleine Episoden über den Alltag von früher. Schön geschrieben und sehr lesenswert.


Vielen lieben Dank an der Verlag DVA für das Rezensionsexemplar.

Liebe Grüße, Sabrina

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